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Gross Fiescherhorn 4049m  

Hinter Fiescherhorn 4029m

Steckbriefe

Gross -Fiescherhorn 4048.8 m; sechsthöchster Viertausender der Berner Alpen; Grenzgipfel zwischen Grindelwald BE und Fieschertal VS ;

Hinter-Fiescherhorn 4025 m ; neunthöchster resp. niedrigster Viertausender der Berner Alpen;

Gemeinde Fieschertal VS;

Für beide Gipfel gilt:

Gipfel aus Gneis;

Ausgangspunkt Mönchsjochhütte 3650 m, Konkordiahütte 2850 m und Finsteraarhornhütte 3048 m;

Normalroute über den Fieschersattel vorwiegend aus Firn und Eis mit einigen Felspassagen; 7 bis 10 Stunden von der Mönchsjoch- oder von der Konkordiahütte und zurück; wenig schwierig;

Karte 1 : 25 000; Blatt 1249 Finsteraarhorn;

Karte 1 : 50 000; Blatt 264 Jungfrau (ev. mit Skirouten)

Clubführer "Berner Alpen 4", SAC Verlag 2010 ... Diesen Clubführer bestellen!

 

"Echte" und "unechte" Viertausender

Wann gilt ein Berg als echter Viertausender, wann handelt es sich nur um einen Vorgipfel eines noch höheren Gipfels? Diese unter gewissen Bergsteigern oft diskutierte Frage wollte eine international zusammengesetzte Arbeitsgruppe ein für allemal klären und legte die Kriterien für echte Viertausender fest.

In der in der Zeitschrift "Die Alpen" veröffentlichten ersten "offiziellen" Liste der Viertausender der Alpen sind unter den 82 sogenannten "wahren" Viertausendern auch alle neun Viertausender der Berner Alpen aufgeführt.

Bei den Berner Viertausendern hätte höchstens das Hinter-Fiescherhorn Gefahr laufen können, nicht als eigenständiger Viertausender in die Liste aufgenommen zu werden; denn es erfüllt im Prinzip das von der Arbeitsgruppe aufgestellte Kriterium nicht, wonach der nächsthöhere Gipfel mehr als 30 Meter höher sein müsse. Weil aber die Horizontaldistanz zwischen dem Gross- und dem Hinter-Fiescherhorn über 700 Meter beträgt und dazwischen ein 100 Meter tiefer Einschnitt , der Fieschersattel, liegt, ist das Hinter-Fiescherhorn als echter Viertausender anerkannt worden!

 

Zwei Gletscher - ein Name

Die Fiescherhörner, zu denen auch noch das Klein-Fiescherhorn 3900 m (auch Ochs genannt) zählt, haben ihre Namen von den gleichnamigen Gletschern zu ihren Füssen erhalten. Tatsächlich tragen zwei voneinander unabhängige Gletscher den gleichen Namen. Nördlich des Gross- und des Klein-Fiescherhorns, am Fusse der bekannten Fiescherwand, liegt der Fieschergletscher, welcher in den Unteren Grindelwaldgletscher fliesst, also zu dessen Nährgebiet gehört. Der andere und bekanntere Fieschergletscher beginnt praktisch auf den Gipfeln der drei Fiescherhörner, bildet zuerst das sogenannte Fiescherplateau auf 3800 bis 3900 m über Meer und fliesst dann rund 15 km Richtung Fieschertal.

Das Bundesamt für Landestopographie will aber - nach Konsultation der Gemeindebehörde von Grindelwald und des Bergführervereins Grindelwald - in Zukunft den Fieschergletscher auf der Nordseite der Fiescherhörner nur noch Eismeer nennen.

 

Almerhorn statt Fiescherhorn

Verglichen mit den andern Berner Viertausendern sind die Fiescherhörner spät zum ersten Mal bestiegen worden. Das Gross-Fiescherhorn beispielsweise erst 1862, ein Jahr nach dem schwierigeren Schreckhorn, das Hinter-Fiescherhorn gar erst 1885 als letzter Viertausender überhaupt. Bei letzterem dürfte die Tatsache eine Rolle gespielt haben, dass es alpinistisch gesehen nicht allzuviel bietet, ganz im Gegensatz zum Gross-Fiescherhorn mit seinem ausgesetzten Nordwestgrat und der imposanten Nordwand.

Die Erstbesteigung des Gross-Fiescherhorns gelang den Engländern Moore und George zusammen mit den Grindelwalder Bergführern Christian Almer und Ulrich Kaufmann. Die britischen Alpinisten gaben dem neuerstiegenen Gipfel den Namen Almerhorn. Leider konnte sich dieser Name nicht durchsetzen. Christian Almer, mit gegen fünfzig Erstbesteigungen im ganzen Alpengebiet der bekannteste Grindelwalder Bergführer aller Zeiten, hätte diese Ehre wohl verdient!

Das Hinter-Fiescherhorn wurde als einziger Viertausender der Berner Alpen von einer führerlosen Partie erstbestiegen, nämlich von den Oesterreichern Lammer und Lorria.

 

Aufs Fiescherhorn - mit oder ohne Skis

Es führen viele Wege aufs Fiescherhorn! Seit dem Bestehen der Mönchsjochhütte wird das Fiescherhorn wieder häufig bestiegen. Da lockt in erster Linie der Nordwestgrat, auch Walchergrat genannt. Elegant ist natürlich die Überschreitung des Gross-Fiescherhorns von der Mönchsjoch- zur Finsteraarhornhütte, wobei auf dem Abstieg ein Eisabbruch traversiert werden muss. Mit Skis wird diese objektiv nicht ganz gefahrlose Route auch für den Aufstieg von der Finsteraarhornhütte gebraucht. Eine weitere Möglichkeit, zu Fuss oder mit Skis, ist die Route über die Südwesthänge zum Fieschersattel.

Etwas aus der Mode geraten sind die Besteigungen durch die Nordwand, vermutlich auch deshalb, weil die Verhältnisse in den letzten Jahren immer ungünstiger geworden sind.

Das Hinter-Fiescherhorn wird meistens "im Vorbeigehen" bestiegen. Nach der Besteigung des Gross-Fiescherhorns, nehmen viele Alpinisten noch den dreiviertelstündigen Abstecher aufs Hinter-Fiescherhorn in Kauf, oft nur aus statistischen Gründen, damit sie auch diesen Viertausender in ihrem Tourenverzeichnis abhaken können!

Möchtest du die Fiescherhörner unter kundiger Führung eines Bergführers besteigen?

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